Zukunft des Fernsehens: Wie KI unsere Serien, Werbung und Empfehlungen steuert
Sie schalten den Fernseher ein, öffnen Netflix, Amazon Prime Video oder YouTubekünstliche Intelligenz (KI), die Ihr Nutzungsverhalten auswertet und entscheidet, was Sie als Nächstes sehen – und welche Werbung eingeblendet wird. In diesem Beitrag erklären wir verständlich, wie diese Technik funktioniert, warum Sie plötzlich überall das Produkt sehen, das Sie gestern gegoogelt haben, und wie Sie selbst auf Datenschutz und Einstellungen achten können.
Damit all das zuverlässig funktioniert, brauchen Sie eine stabile Leitung. Wenn Sie prüfen möchten, welche Internet- und TV-Anschlüsse an Ihrer Adresse möglich sind, können Sie dies bequem über unsere Seite Verfügbarkeit prüfen – Internet, TV und Telefon erledigen.

Was macht KI im Fernsehen und bei Streaming-Diensten eigentlich?
Wenn heute von der „Zukunft des Fernsehens“ gesprochen wird, geht es meist nicht mehr nur um den Fernseher selbst, sondern um die Dienste dahinter: Streaming-Plattformen wie Netflix, Prime Video, Disney+, Mediatheken und Videoportale wie YouTube. Diese Dienste setzen KI-Algorithmen ein, die aus vielen kleinen Datenpunkten ein Bild davon erstellen, was Sie mögen.
- Welche Serien und Filme Sie starten, pausieren oder abbrechen.
- Zu welcher Uhrzeit Sie schauen und auf welchem Gerät (Fernseher, Tablet, Smartphone).
- Welche Genres Sie bevorzugen (z. B. Krimi, Doku, Comedy).
- Welche Werbung Sie anklicken oder wegklicken.
Aus diesen Informationen berechnet die KI, welche Inhalte mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Ihnen passen. Das Ziel ist klar: Sie sollen länger auf der Plattform bleiben, damit Sie zufrieden sind – und damit der Anbieter mehr Einnahmen generiert.
Empfehlungsalgorithmen bei Netflix, Prime Video und YouTube
- Netflix analysiert sehr genau, welche Titel Sie schauen, wie schnell Sie eine Staffel durchsehen und welche Inhalte Sie abbrechen. Daraus entstehen persönliche Vorschläge. Details erklärt Netflix selbst unter „Wie wir Inhalte empfehlen“.
- Prime Video kann zusätzlich Daten aus dem Amazon-Shop nutzen. Wer dort häufig Technik kauft, bekommt oft auch entsprechende Dokus oder Serien vorgeschlagen.
- YouTube setzt stark auf das sogenannte Autoplay: Nach einem Video läuft automatisch das nächste, das der Algorithmus für passend hält. Wie das funktioniert, erklärt Google auf der Seite „So funktionieren Empfehlungen“.
Hinweis
Wenn mehrere Personen im Haushalt denselben Zugang nutzen, werden die Empfehlungen schnell „bunt gemischt“. Nutzen Sie bei Netflix und Co. am besten eigene Profile, damit Kinderprogramme und Ihre Lieblingsserien sauber getrennt bleiben.
„Warum sehe ich plötzlich überall das Produkt, das ich gestern gegoogelt habe?“
Diese Frage hören wir gerade von älteren Kundinnen und Kunden sehr häufig. Die einfache Antwort: Ihre Datenspuren werden verknüpft. Es ist meist kein heimliches „Abhören“, sondern das Zusammenspiel verschiedener Werbe- und Tracking-Systeme.
In Kurzform passiert Folgendes:
- Sie suchen bei Google nach einem Produkt oder informieren sich in einem Online-Shop.
- Auf vielen Seiten sind unsichtbare Werbe-Bausteine (z. B. von Google oder Meta) eingebunden.
- Diese Bausteine merken sich anonymisiert, dass Ihr Gerät sich für ein bestimmtes Thema interessiert.
- Besuchen Sie später eine andere Seite, kann genau dieses Interesse wiedererkannt werden – die Werbung wird entsprechend angepasst.
Für Sie fühlt sich das so an:
„Gestern habe ich einen Staubsauger gesucht, heute sehe ich ihn auf drei verschiedenen Webseiten wieder.“ Das wirkt unheimlich, ist aber technisch „nur“ gezielte Werbung – im Fachbegriff heißt das Remarketing oder Retargeting. Wie Google solche Anzeigen einsetzt, wird unter „Wie Werbung funktioniert“ beschrieben.

Datenschutz: Was KI über Sie weiß – und wie Sie gegensteuern können
In Europa gilt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Sie schreibt vor, dass viele Formen von Tracking und personalisierter Werbung nur mit Ihrer Einwilligung erlaubt sind – daher die vielen Cookie-Hinweise. Gute Übersichten bietet z. B. die Verbraucherzentrale oder der Bundesdatenschutzbeauftragte.
Mit diesen Schritten behalten Sie eher die Kontrolle:
- Cookie-Einstellungen nutzen: Wählen Sie, wenn möglich, „nur notwendige Cookies“ statt „alle akzeptieren“.
- Browser schützen: Tracking-Schutz aktivieren, Drittanbieter-Cookies einschränken, Verlauf regelmäßig löschen.
- Kontoeinstellungen prüfen: Bei Google, Netflix, Amazon und anderen Diensten können Sie den Verlauf einsehen und löschen sowie Personalisierung abschalten oder einschränken.
- Profile trennen: Nutzen Sie separate Profile für verschiedene Personen im Haushalt, statt alles über ein Konto laufen zu lassen.
Praxis-Tipp
Wenn Ihnen das zu viel Technik auf einmal ist, lassen Sie sich helfen. Wir unterstützen Sie gerne dabei, Router, Smart-TV und Streaming-Box so einzurichten, dass sie funktionieren, ohne mehr Daten preiszugeben als nötig. Einen Überblick über passende Anschlüsse finden Sie unter Internet & TV bei Schott.tv.
Kurz erklärt: Häufige Fragen zu KI, Serien und Werbung
Entscheidet KI, was produziert wird?
Die Daten aus Netflix, Prime Video und Co. zeigen sehr genau, welche Genres und Themen gut ankommen. Diese Informationen fließen in die Planung neuer Serien ein. Dennoch entscheiden am Ende Menschen in Redaktionen und Produktionsfirmen, was umgesetzt wird – KI liefert vor allem Zahlen im Hintergrund.
Hört mich der Fernseher heimlich ab?
Normale Fernseher und Streaming-Apps zeichnen in der Regel nicht ständig Gespräche auf. Smarte Lautsprecher und Sprachassistenten reagieren auf ein Aktivierungswort (z. B. „Alexa“). Wenn Sie unsicher sind, schalten Sie das Mikrofon am Gerät aus oder verwenden Sie Geräte ohne Sprachsteuerung.
Kann ich KI-Empfehlungen ganz abschalten?
Komplett ausschalten können Sie die KI meist nicht, denn sie ist fest im System eingebaut. Sie können aber den Verlauf löschen, Profile trennen und Autoplay deaktivieren. So haben Sie mehr Kontrolle darüber, was Ihnen angezeigt wird.
